Klimaschutz in Karlsruhe

Zu Beginn bitten wir Dich, selber einzuschätzen, wie schnell Karlsruhe seine CO2-Emissionen senken müsste, wenn wir das Pariser Abkommen zu Grunde legen.

In der folgenden Grafik sind links die bisherigen Emissionen seit 2005 eingezeichnet.

Was meinst Du: Bis wann müsste Karlsruhe klimaneutral sein? Benutze Deine Maus oder Deinen Finger und zeichne einfach in die Grafik!

Wenn Du eine Linie oben eingezeichnet hast, konntest Du auch sehen, wie schnell wir unsere CO2-Emissionen laut dem Pariser Abkommen senken müssten. Lagst Du richtig? Oder bist Du überrascht?

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der CO2-Emissionen in Karlsruhe sowie die Emissionsziele, die Karlsruhe im Vorfeld der Bürgerbeteiligung zum “Klimaschutzkonzept Karlsruhe 2030” kommunizierte.

Außerdem ist eingezeichnet, wie sich die Emissionen in den nächsten Jahren entwickeln müssten, um innerhalb des Paris-Limits zu bleiben.

Tipp: Ein Doppelklick auf einzelne Elemente der Legende blendet alle anderen in der Grafik aus.

CO2-Bilanzierung

Vor 2007 (also für die Jahre 1990, 1995, 2000 und 2005) stammen die Daten vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg. Es handelt sich um eine Bilanz nach dem Quellenprinzip. Hierbei fliessen alle CO2-Emissionen, die auf dem Stadtgebiet entstehen, in die Bilanz ein (z.B. auch die des Rheinhafen-Dampfkraftwerkes der EnBW, dessen Emissionen über die Seite thru.de verfügbar sind). Warum es etwas länger als ein Jahr dauert, bis industrielle Emmissionen auf thru.de veröffentlicht werden, ist dort in einer Liste häufig gestellter Fragen erklärt. Ausserdem verwendete die Bilanzierung bis 2005 andere Kategorien als in den Jahren ab 2007.

Ab 2007 erstellt Karlsruhe im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes eine CO2-Bilanz nach dem verbrauchsorientierten Territorialprinzip - eine sogen. Verursacherbilanz. Diese fokusiert sich auf den Endenergieverbrauch innerhalb des Stadtgebietes. Einige grosse Emmittenten werden dabei nur mit dem Anteil ihrer Emissionen berücksichtigt, der auf dem Stadtgebiet verbraucht wird. Dies betrifft z.B. das Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe als Erzeuger von Strom und Fernwärme und die MIRO Rafinerie als Erzeugerin von Fahrzeugkraftstoff und Fernwärme. Die Motivation hinter dieser Art der Bilanzierung ist eine bessere Vergleichbarkeit zwischen den Kommunen.

Nähere Informationen zur CO2-Bilanzierung finden sich in “Klimaschutzkonzept Karlsruhe 2009” Seite 127ff.

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg bietet eine Übersichtskarte mit den CO2-Emissionen aller Gemeinden in Baden-Württemberg nach beiden Bilanzierungsarten. Zur Einschätzung der Entwicklung der Emissionen im Land Baden-Württemberg ist ein Blick in die Stellungnahme des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft auf eine Anfrage im Landtag vom 10.4.2019 hilfreich.

Berechnung der Paris-Limits

Zur Berechnung der Paris-Limits in der Grafik “Realität und Ziele” wurden folgende Daten verwendet:

  1. Bevölkerungsstand Karlsruhe 2017: 305220
  2. CO2-Emissionen in Karlsruhe von 2015 (vorläufig): 2558.452t CO2

Dabei handelt es sich um die aktuellsten veröffentlichten Werte.

Was kann ich tun?

Schön, dass Du fragst!

Klimaschutz fängt beim Einzelnen an: Mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes kannst Du Deinen persönlichen CO2-Rucksack berechnen und bekommst Tipps, diesen zu reduzieren.

Doch gerade die lokale Politik vor Ort wird entscheidend sein, wenn es uns gelingen soll, den Klimawandel aufzuhalten. Dazu führte Karlsruhe vom 29.11.2019 bis zum 24.03.2020 eine Bürgerbeteiligung “Klimaschutzkonzept Karlsruhe 2030” durch. In diesem Rahmen reichten BürgerInnen über 1000 Vorschläge ein (BNN Artikel). Die Bürgerbeteiligung wurde durch das Klimabündnis Karlsruhe begleitet, das sowohl Workshops zur Information der BürgerInnen durchführte, als auch neue Vorschläge erarbeitete und veröffentlichte. Die vorgeschlagenen Maßnahmen beinhalten viele Anregungen. Ein genauerer Blick lohnt sich.

Die Stadt Karlsruhe bietet darüber hinaus auf ihrer Webseite unter der Kategorie Klimaschutzprojekte weitere Informationen für zahlreiche Zielgruppen.

Datenquellen

  1. CO2-Emissionen vor 2007 aus “Klimaschutzkonzept Karlsruhe 2009” Seite 130
  2. CO2-Emissionen ab 2007 aus “Klimaschutz in Karlsruhe - Vierter Fortschrittsbericht” (2017) Seite 11
  3. Bevölkerungsstatistik aus dem Statistikatlas Karlsruhe
  4. Ziele bis 2030 bzw. 2050 Bürgerbeteiligung zum “Klimaschutzkonzept Karlsruhe 2030”

Wichtig

Generell gilt immer: Alle Angaben ohne Gewähr! Über Hinweise auf Fehler oder sonstige Anmerkungen freuen wir uns aber natürlich (Kontakt ganz unten)!