Klimaschutz in Münster

Zu Beginn bitten wir Dich, selber einzuschätzen, wie schnell Münster seine CO2-Emissionen senken müsste, wenn wir das Pariser Abkommen zu Grunde legen.

In der folgenden Grafik sind links die bisherigen Emissionen seit 1990 eingezeichnet.

Was meinst Du: Bis wann müsste Münster klimaneutral sein? Benutze Deine Maus oder Deinen Finger und zeichne einfach in die Grafik!

Wenn Du eine Linie oben eingezeichnet hast, konntest Du auch sehen, wie schnell wir unsere CO2-Emissionen laut dem Pariser Abkommen senken müssten. Lagst Du richtig? Oder bist Du überrascht?

Die folgende Grafik zeigt die bisherigen Münsteraner Gesamt-Emissionen und aufgeteilt auf die einzelnen Sektoren Wärme, Strom, Verkehr. Außerdem haben wir die geplanten Ziele des Münsteraner Klimaschutzplans visualisiert. Und natürlich das Pariser Limit, denn das ist wesentlich für unser Klima.

Tipp: Ein Doppelklick auf einzelne Elemente der Legende blendet alle anderen in der Grafik aus.

Wichtiger Hinweis zu der Grafik: Mit der Klimabilanz 2019 hat die Stadt eine andere Bilanzierungsmethode verwendet. Deshalb sind die Daten von 2019 nicht mit den Daten vor 2019 vergleichbar. Wenn wir Zeit und Daten haben, aktualisieren wir die Grafik.

Der Trend der bisherigen Emissionsreduktion (blau gestrichelte Linie) zeigt leider: Wir sind gerade weder auf Kurs unser lokales Klimaschutzkonzept umzusetzen, noch ansatzweise auf Pariser Kurs. Wir müssen unsere Bemühungen also deutlich verstärken!

Falls Du verwundert bist, warum das Gesamtziel für 2030 auf Null steht, die Einzelziele aber nicht alle bei Null liegen: Dies liegt daran, dass die Einzelziele aus dem Masterplan 100% Klimaschutz der Stadt stammen, welcher 2017 beschlossen wurde und der von Klimaneutralität bis 2050 ausging (mutmaßlich auch damals schon nicht konform mit dem Pariser Abkommen). Durch den Druck der Straße (Fridays for Future & Co.) hat der Stadtrat am 11.12.19 das Ziel “alsbald – möglichst bis 2030 – klimaneutral zu werden” (S. 57) beschlossen, welches oben visualisiert ist. Von den Fakten her sicher eine richtige Entscheidung. Es fehlt allerdings noch der genaue Plan (und somit auch die Einzelziele der Sektoren), wie das funktionieren soll.

Ein Blick auf die letzten zehn Jahre zeigt vielleicht, wo es bei der Umsetzung am meisten hakt?

Umsetzung Klimaschutzkonzept 2020

Vorweg: Insgesamt betrachtet kann man sagen, dass in Münster bereits viel für den Klimaschutz durch mehrere verschiedene Maßnahmen geplant wurde. Einige dieser Maßnahmen wurden und werden auch konsequent umgesetzt. Bei anderen Maßnahmen gibt es verschiedene Gründe, warum die Umsetzung stockt oder teilweise noch gar nicht angegangen wurde. Die folgenden interaktiven Visualisierungen sollen einen Überblick über den Stand der Umsetzung des Klimaschutzkonzepts 2020 geben. Wir wünschen viel Erkenntnis beim Erkunden!

Weitere Details: Das Klimaschutzkonzept 2020 wurde am 28. April 2010 beschlossen (bzw. konkreter am 8. Dezember 2010) beschlossen. Darüber hinaus wurde beschlossen, dass die Verwaltung alle zwei Jahre über den Sachstand der Umsetzung berichtet. Auf diesem Sachstandsbericht der Verwaltung basiert unsere Visualisierung.

Das Klimaschutzkonzept 2020 hat insgesamt 5 Kategorien: “Übergreifend (Ü), Bauen und Wohnen (B), Gewerbe, Handel, Dienstl. (G), Energieumwandlung, EE (E) und Verkehr (V)“. Diese Kategorien wiederum haben Untermodule, die Maßnahmen bündeln (Ü1, Ü2, usw.). Jedes dieser Untermodule ist oben aufgeführt. Die Farben bedeuten dabei von uns vorgenommene Einschätzungen, inwiefern das Untermodul umgesetzt wurde:

  • grün: alles in Ordnung, Maßnahme wurde umgesetzt
  • orange: Teile der Maßnahme wurden umgesetzt, aber wichtige Teile fehlen noch
  • rot: wesentliche Teile der Maßnahme wurden nicht umgesetzt
  • (weiß: Zusammenfassung der Maßnahme, wie im Klimaschutzkonzept 2020 vorgeschlagen wurde)

Die Farben der Gesamtkategorien basieren auf den zusammengefassten Einschätzungen der Untermodule. Wir freuen uns über Deine Nachricht, falls unsere Einschätzung nicht stimmen sollte!

Weitere Erläuterungen: Jedes Untermodul hat eine Priorität (von 1: niedrig, bis 5: hoch; die Größe der Untermodule entspricht dieser Priorität) und ein CO2-Minderungspotential (von 1: niedrig, bis 5: hoch). Dieses Potential steht in Klammern, wenn das Potential der Maßnahme nur schwer quantifizierbar ist. Ein Potential mit dem Wert “-” “kennzeichnet ein indirektes Wirkungspotenzial”. Die Prioritäten und Potentiale der Gesamtkategorien sind die Mittelwerte aller Module. Das Dokument der Verwaltung listet auch Zuständigkeiten auf. Diese haben wir hier weggelassen.

Was kann ich tun?

Schön, dass Du fragst!

Klimaschutz fängt beim Einzelnen an: Mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes kannst Du Deinen persönlichen CO2-Rucksack berechnen und bekommst Tipps, diesen zu reduzieren.

Klimaschutz wird aber auch entscheidend von nationaler und lokaler Politik bestimmt. Deshalb:

Datenquellen

Die Daten zu den realen Emissionen kommen aus drei verschiedenen Klimabilanzen, die die Stadt Münster erstellt hat:

Die Daten zu den CO2-Zielen der Stadt entspricht für 2020 dem Masterplan 100% Klimaschutz der Stadt. Das Ziel für 2030 entspricht dem Beschluss des Stadtrats vom 11.12.19 “alsbald – möglichst bis 2030 – klimaneutral zu werden” (S. 57). Der lineare Trend entspricht dem linearen Modell, was die bisherigen CO2-Emissionen am besten beschreibt (Korrelation: 0,96).

Wichtig

Generell gilt immer: Alle Angaben ohne Gewähr! Über Hinweise auf Fehler oder sonstige Anmerkungen freuen wir uns aber natürlich (Kontakt ganz unten)!